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Östliche Schwäbische Alb zur Eiszeit
Ein bedeutender Teil des mitteleuropäischen Jurakalkgebirges ist die Schwäbische
Alb. Ihre obersten Schichten bestehen aus Kalksteinen
(Weißjura, Oberjura). Diese lösen eindringendes Regen- und Flusswasser
in Ritzen, Spalten, Klüfte und Höhlen auf und durchfließen
das verkarstete Felsgebirge. Seine Gebirgsmassen heben im Miozän vor 24
bis 5 Millionen Jahren tektonische Kräfte, im gleichen Maß tiefen die Flüsse ein, vorher
wasserdurchflossene Höhlen fallen trocken. In trockengefallene
Höhlen ziehen in der Würm-Eiszeit vor etwa 120.000 Jahren,
jüngste von vier Eiszeiten, Menschen der Art Homo
neanderthalensis ein und hinterlassen in der Heidenschmiede
im Brenztal oder im Hohlenstein im Lonetal ihre Werkzeuge.
Die Neandertaler sterben vor etwa 28.000 Jahren aus.
Noch in ihrer Zeit wandern vor etwa 40.000 Jahren moderne Menschen
der bis heute fortbestehenden Art Homo sapiens
von Osten her auf die
Schwäbische Alb ein und begründen die zehntausendjährige, hier besonders betrachtete
Eiszeitkultur des Aurignacien.
Auch diese Menschen wählen Karsthöhlen der Schwäbischen Alb zu Aufenthaltsorten,
leben mit eiszeitlichen Tieren zusammen.
Eiszeitliche Fundorte und Finder
An der Lone liegt bei Asselfingen der Hohlenstein und besteht aus drei Teilhöhlen: In der Bärenhöhle gräbt Oscar Fraas (1824-1897) im Jahr 1861, in der Kleinen Scheuer Robert Rudolf Schmidt (1882-1950) im Jahr 1908, im Stadel Robert Wetzel (1898-1962) von 1937 bis 1939. Man findet Knochen von weit über hundert Höhlenbären, einen Menschenknochen wohl vom Neandertaler, einen aus Elfenbein geschnitzten Löwenmenschen aus dem Aurignacien. Flussabwärts im Lonetal entdeckt bei Stetten ob Lontal Hermann Mohn (1896-1958) im Jahr 1931 von einem Dachs aus seinem Bau ausgeworfene Feuersteinsplitter. Man gräbt auf und findet eine Höhle mit drei Eingängen, benennt sie nach dortiger Flur Vogelherdhöhle. Gustav Riek (1900-1976) vom Urgeschichtlichen Institut der Universität Tübingen gräbt sie 1931 aus, dasselbe Institut macht 2005 und 2006 Nachgrabungen. Aus dem Aurignacien werden Reste eiszeitlicher Tiere, Stein- und Beinwerkzeuge, Elfenbeinplastiken eines Höhlenbärs (1931), eines Wildpferds (1931) und eines Mammuts (2006) gefunden. Im Tal der Hürbe, in welche die Lone einfließt, liegt bei Hürben die Charlottenhöhle. Ihr Hauptausgang war verschüttet, durch ein schmales seitliches Loch, Hundsloch genannt, steigen die Zimmerleute Friedrich Strauss, Kaspar Schlumpberger und Jakob Beutler im Jahr 1893 hinab, entdecken diese längstbegehbare Höhle der Schwäbischen Alb, man beleuchtet sie sogleich elektrisch, benennt sie nach der damaligen württembergischen Königin. Erster wissenschaftlicher Erforscher ist Eduard Fraas (1862-1915). Auch aus dem Boden dieser Karsthöhle hat man zahlreiche Knochen von Höhlenbären ausgegraben. Eiszeitliche Tiere
Das Kultur des Aurignacien fällt in eine nicht zu kalte Periode der mittleren Würm-Eiszeit vor etwa 40.000 bis 30.000 Jahren. In den Tälern steht etwas Wald, die Albhochflächen bedecken baumlose Steppen. Diese beweiden die Pflanzenfresser Mammut, Wollnashorn, Bison priscus (ungleich dem späteren warmzeitlichen Waldrind Wisent Bison bonasus), Rentier, Wildpferd und Rothirsch. Auch Höhlenbären ernähren sich von vielen Pflanzen (Zahnvergleich), ziehen sich im pflanzenarmen Winter in Höhlen zum Winterschlaf zurück, woraus manche nicht mehr erwachen, etliche wohl auch von Menschen als Höhlenkonkurrenten und als Felllieferanten erlegt werden; Bärenknochen werden oft in Albhöhlen gefunden. All pflanzenfressenden und steppenbewohnenden Tierarten, ausgenommen Rentier und Rothirsch, sterben mit dem Ende der Eiszeit aus, wofür man folgende Gründe annimmt: Der aufkommende Wald bietet zu wenig Nahrung zum Abgrasen. Ein Ausweichen nach Norden in die dahin vorrückenden Steppen begrenzen die dortigen längeren Winter mit ebenso zu wenig Nahrung. Mammut und Wollnashorn schützt ihr wollig-langhaarig-filziges Fell zwar gegen Schnee und trockene Kälte, aber womöglich zu wenig gegen die nun aufkommenden vielen Regen. Womöglich reproduzieren gerade die großen Arten der Eiszeittiere zu wenige Nachkommen, um der technisch immer besser werdenden menschlichen Jagd standzuhalten.
An
Raubtieren bejagen Höhenlöwen
und Höhlenhyänen die großen Pflanzenfresser und sterben
am Eiszeitende mit ihren Beutetieren
aus. Anpassungsfähiger sind die Räuber Dachs,
Rotfuchs und Wildkatze und finden genügend Beute auch im aufkommenden
Wald. Am anpassungsfähigsten erweist sich der Wolf, wenn man sein riesiges Verbreitungsgebiet über die ganze Nordhalbkugel betrachtet. Es geht von tundrischen Eiswüsten bis in warme Steppen und heiße
Halbwüsten, erstreckt sich auf Offenland wie auf Wald, steigt
in hohe Gebirge hinauf. Ein Grund
dieser hohen Anpassungsfähigkeit mag die hohe
Lernfähigkeit dieser Tiere sein, die sie wie viele andere in engen sozialen Gruppen lebenden
Tiere besitzen. Ihr einziger Feind ist nur der Mensch. Er macht sich Wolfseigenschaften zunutze und ordnet sich den Wolfsabkömmling Hund
im Aurignacien als erstes Haustier unter.
Hundebellen, das Wölfen fehlt,
haben die Menschen Hunden anerzogen, damit sie ihre Eigentümer
vor Störungen warnen, schlafen doch diese ursprünglichen Nachttiere leichter als Menschen. Umgekehrt mag es sein, dass Hunde durch Bellen und Jaulen erlernt haben, die Aufmerksamkeit ihrer Herren zu erregen, ja zu erzwingen (manche rezenten Hundebesitzer unterwerfen sich fast ihrem Hund). Wann wird aus dem Aurignacien der erste schwäbische
Hund aufgefunden werden?
Hunde haben verkürzte Schädel und degenerierte Gebisse, sind
anatomisch und osteologisch leicht vom Wolf zu unterscheiden.
Steinzeitliche Techniker
In Lonetalhöhlen bearbeitet Homo sapiens Stein, Holz, Geweih, Mammutelfenbein mit technischen Mitteln. Vergleicht man deren langsame steinzeitliche Entwicklung mit moderner technischer Schnelligkeit, fragt man sich: Was will die Technik und was ist sie? Sie entspringt fortwährender Unzufriedenheit vom Homo sapiens mit einer als unbefriedigend empfundenen Gegenwart und Wirklichkeit. Dank seiner erfinderischen Phantasie erdenkt, erfindet und gestaltet er eine bessere, schönere, mindestens aber andere als die gegenwärtige Welt und tritt zu deren materiellen Verwirklichung auf als Homo technicus in drei technischen Prozessen: Erforscher homo investigator, Erfinder homo inventor und Schöpfer homo faber. Seine technisch erschaffenen Bilder von Jagdtieren oder von der Venus von Schelklingen sind materielle Abbilder seiner in die Vegangenheit verflossenen oder in die Zukunft ersehnten Erlebnisse! Für diese technisch und materiell erschaffenen Gegenstände ist der zweifelhafte Begriff, was Kunst damals und heute überhaupt sei, fast entbehrlich: Technische Können (woher der Begriff Kunst kommt) erzeugt sie! Der technische Schaffensprozeß und seine Absichten sind genauso oder noch mehr der Aufmerksamkeit wert als das Schaffensergebnis, das man rezent Eiszeitkunst nennt. Natur und Steinzeitreligion
Aus
Elfenbein fertigt der Homo sapiens
des Aurignacien im Lonetal Plastiken
seiner mit ihm lebenden Tiere. Seine Art- und Zeitgenossen malen noch
naturalistischer, da mit leichterer Maltechnik ausgeführt, Höhlenlöwen
an die Wände der Grotte Chauvet in Frankreich. In diesem Bestreben,
sich der Natur möglichst weit anzunähern, ja sich mit ihr im
Löwenmenschen des Lonetals zu vereinigen, erblicke ich (H. Wf) eine
pantheistische Gleichsetzung Natur = Mensch = Gott, so wie Kepler
oben sagt (äußert an anderen Stellen seiner Werke auch den
Glauben an einen persönlichen Gott). Davon unterscheidet sich der
folgende bronzezeitliche Gottesglaube der Juden an einen außernatürlichen
und außermenschlichen Gott, dem Menschen als freie Wesen gegenübertreten,
der sich ihnen offenbart, über sie zu Gericht sitzt, sie belohnt
oder bestraft. Diesen Glauben an einen persönlichen Gott übernehmen
die Christen. Er scheint ungleich zu sein der eiszeitlichen Religion.
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Gesellschaft
für Naturkunde in Württemberg EXKURSION
Von der Donau
zogen Nebel ins Lonetal herauf. Bei
Stetten ob Lontal (Stadt Niederstotzingen) begrüßte Dipl.-Ing.
Hans Wolf
von der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg die ungefähr
fünfzig, meist von weither angereisten Teilnehmer an der Vogelherdhöhle.
Zu dieser bedeutenden Fundstätte der Eiszeitarchäologie führte
Oberstudienrat Hermann Huber
vom Naturkundeverein Heidenheim. Er hatte von ihm selbst gefertigte Repliken
eiszeitlicher Schleuderspeere dabei und machte einige eiszeitliche
Speerwürfe: Eiszeitmenschen der Art Homo sapiens
beobachten das Verhalten von Mammut und anderen Großtieren
und entdecken, wie diese erst bei naher Annäherung oder Körperkontakt
zu Gegenangriff oder Flucht übergehen: homo investigator.
Ersinnen und erdenken Fernwaffen: homo inventor. Erbauen
zur künstlichen Hebelarmverlängerung und Vergrößerung
der Wurfweite Schleuderspeere (Bild): homo faber.
VORTRÄGE
Dr.
Wilhelm Schloz aus Esslingen sprach über Hürbe,
Lone, Brenz und das Karstgrundwasser der Ostalb. Regenwasser
und Flusswasser dringen durch Ritzen,
Spalten, Klüfte und Höhlen ins Kalkgebirge ein. Das eindringende
Wasser sammelt sich über un- und schwerdurchlässigen Mergelschichten
zu einem rheinseits vorherrschenden Seichten Karst mit frei ausfließenden
Hangquellen und einem donauseits überwiegenden Tiefen Karst mit
von der Tiefe her gespeisten Quellen und Quelltöpfen wie etwa die
Brenzquelle
in
Königsbronn.
Manche Starkniederschläge schlagen aus offenen unterirdischen Wasserwegen
schnell in die Quellen durch. Das meiste Karstgrundwasser aber durchläuft
mit langsamer Fließgeschwindigkeit enge, auch erdgefüllte Ritzen,
Spalten und Klüfte und verweilt so im Seichten Karst 14 bis 18, im
Tiefen Karst 22 bis 77 Jahre. Solche langen Verweilzeiten hat das Wasser,
das dem Buchbrunnen im Egautal bei Dischingen entspringt; dieser
schüttet immer noch eine Restmenge des seit etwa 1960 angewandten,
seit 1988 aber verbotenen Herbizids Atrazin, derzeit (2007) bei
schwach fallendem Trend etwa 0,1 Mikrogramm pro Liter, also ungefähr
gleich dem zulässigen Grenzwert der Trinkwasserverordnung. Die Schüttung
dieser großen Karstquelle ist etwa 600 Liter pro Sekunde zur Trinkwasserversorgung
von rund 350000 Menschen [täglicher
Wasserbedarf eines Menschen etwa 150 Liter].
Dem Karstgebirge der Ostalb insgesamt fließen aus seinem
1500 Quadratkilometer großem Einzugsgebiet sekundlich 13,5 bis 16,5
Kubikmeter Wasser zu, welchen Zustrom man Grundwasserneubildung
nennt. Davon werden etwa
ein Fünftel zur Trinkwasserversorgung von Menschen
entnommen und benutzt.
Professor Dr. Harald Floss, Universität Tübingen, sprach über Eiszeitkunst der Vogelherdhöhle und älteste menschliche Kunstwerke. Diese haben genetisch moderne Menschen vor etwas über 30.000 Jahren geschaffen und beeindruckende Malereien und Plastiken hinterlassen. Eine der bedeutendsten Fundstätten ist die 1931 entdeckte und von Gustav Riek ausgegrabene Vogelherdhöhle bei Stetten ob Lontal (Stadt Niederstotzingen). Aus ihr wurde über ein Dutzend kleiner eiszeitlicher Plastiken geborgen, die bekannteste ein Wildpferd darstellend, eine nur etwa 4,8 Zentimeter große Plastik aus Mammutelfenbein. Diese Gegenstände gehören zu den ältesten bisher gefundenen menschlichen Kunstwerken. Aus ungefähr gleicher Zeit stammt menschlicher Schmuck aus einem Felsüberhang der Französischen Pyrenäen bei Aurignac, von Edouard Lartet schon 1860 ausgegraben, weswegen die Epoche Aurignacien genannt wird, geologisch ein Abschnitt der mittleren Würm-Eiszeit (Jungpleistozän). Am eindrucksvollsten aus jener Zeit sind wohl die Höhlenlöwen, welche Steinzeitmenschen an die Wände der Grotte Chauvet im Tal der Ardèche gemalt haben (Bild ganz oben links). Diese Höhle ist gewöhnlichen Besuchern aus konservatorischen Gründen verschlossen. Der Referent durfte sie, nachdem er aus dem Flusstal aufgeklettert ist, betreten und besichtigen. Sein Kernsatz: Die steinzeitlichen Jäger und Sammler entwickeln eine hohe künstlerische Kultur, leben nicht am Existenzminimum. Allgemeine Naturkunde, Geologie, Hydrologie. Mayer, Louis (1847): Stahlstich der Nebelhöhle. - Aus: Schwab, Gustav (1847): Das malerische und romantische Deutschland. Band II: Schwaben. - Leipzig (C. A. Haendel), 200 S. + 30 Stahlstiche. Stich gegenüber S. 100. - Krauss, Ferdinand (1883): Zuwachs der Vereinssammlungen. A. Zoologische Sammlungen. - Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde 39: S. 5-14. S. 5: Alter 15 Pfund schwerer Wildkater Felis silvestris von Revierförster Fröhner aus Oberkochen eingereicht. - Königliche Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau (1903): Verwaltungsbericht für die Rechnungsjahre 1899 und 1900. II. Abteilung. Wasserbauwesen. - Stuttgart (Strecker & Schröder), 160 S. + 41 Plan- und Kartenbeilagen. S. 73-142 Beschreibung der Brenz und ihres Einzugsgebiets. - Wagner, Georg (1960): Einführung in der Erd- und Landschaftsgeschichte mit besonderer Berücksichtigung Süddeutschlands. - Öhringen (F. Rau), 694 S. + 208 Tafeln. S. 70: Wassertemperatur der Egauquelle (Buchbrunnen bei Dischingen) konstant 9 Grad.- Fehringer, Otto (1936): Wildtiere und Haustiere. Stuttgart (Kosmos), 80 S. S. 10 über die von Menschen bezweckte Entwicklung vom Heulen des Wolfes zum Bellen des Hunds. - Vogel, Richard (1938): Die Tierwelt des Kreises Heidenheim. In: Land und Leute um den Hellenstein. Heidenheimer Heimatbuch (Herausgeber Fritz Schneider): S. 183-204. - Heidenheim (Verlag C. F. Rees), 416 S. S. 184 über Letzterlegungen: Letzter Wolf 1843 bei Nattheim, ein Überläufer. Letzter Rothirsch, ein Kronenzehner, 1909 bei Zang durch Forstwart Beck aus Bartholomä, letzte Hirschkuh 1920 von Forstmeister G. aus Essingen. - Adam, Karl Dietrich, Hans Binder, Klaus Eberhard Bleich & Klaus Dobat (1974): Die Charlottenhöhle bei Hürben. Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde. Reihe A. Speläologie. Heft 3. - Blaubeuren (Mangoldsche Buchhandlung), 56 S. + 1 Beiblatt . - Binder, Hans (1979): Höhlenführer Schwäbische Alb. 2. Auflage. - Stuttgart und Aalen (Konrad Theiss Verlag), 200 S. S. 110 und 111: Vogelherd- und Charlottenhöhle. - Bennecke, Norbert (1994): Der Mensch und seine Haustiere. Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung. - Stuttgart (Konrad Theiss Verlag), 472 S. S. 72f.: Zähmung von Wolfswelpen vielleicht aus Pflegetrieb von Menschen gegenüber allen Jungtieren, Alttiere sind unzähmbar. S. 208f.: Verbreitung des Wolfs über die ganze nördliche Erdhalbkugel auf die paläarktische, nearktische und Teile der orientalischen Region. - Plum, H., R. Prestel, W. Schloz & V. Kolokotronis (2002): Hydrogeologische Karte von Baden-Württemberg. Ostalb. - Freiburg (Landesamt für Geologie), 131 S. + 10 Karten + 1 CD. Nach Abb. 4 auf S. 19 der obige Prinzipschnitt gefertigt. - Koenigswald, Wighart von (2002): Lebendige Eiszeit. Klima und Tierwelt im Wandel. - Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft), 190 S. S. 95: Wisent wandert mit Ausklang der Eiszeit aus Asien ein, nicht aus dem Steppenbison hervorgegangen. - Drauschke, Jörg & Sunhild Kleingärtner (2007): Spurensuche in der Brenzregion. - Heidenheim (Landratsamt), 300 S. + 17 Wanderkarten. Führer zu allen hier besprochenen Orten.
Paläonthologie. Fraas, Oskar (1862): Der Hohlestein und der Höhlenbär. - Jahreshefte des vaterländischen Vereins für Naturkunde in Württemberg 18: S. 156-188. Knochenfunde des ausgestorbenen Ursus spelaeus. - Fraas, Oskar (1866): Vor der Sündfluth! Eine Geschichte der Urwelt. - Stuttgart (Hoffmannsche Verlagsbuchhandlung), 515 S. - Anonymus (1910): Eine Beschreibung des Hohlensteins im Lonetal von 1783. - Blätter des Schwäbischen Albvereins 22 (6): Spalten 170-172. Abschrift einer vorwiegend geometrischen Beschreibug des Stadels und des eigentlichen Hohlensteins durch den Ulmer Zeugamtsschreiber Daniel Uhl. - Riek, Gustav (1937): Die Mammutjäger vom Lonetal. Zweite Auflage. - Stuttgart (K. Thienemanns Verlag), 96 S. S. 14-28: Mammutjäger benannte Moderne Menschen besiegen eine Minderzahl Bärenjäger benannte Neandertaler. - Riek, Gustav (1938): Die Altsteinzeit und die Mittelsteinzeit im Kreis Heidenheim. In: Land und Leute um den Hellenstein. Heidenheimer Heimatbuch (Herausgeber Fritz Schneider): S. 256-267. - Heidenheim (Verlag C. F. Rees), 416 S. - Hahn, Joachim, Hansjürgen Müller-Beck & Wolfgang Taute (1973): Eiszeithöhlen im Lonetal. Archäologie einer Landschaft auf der Schwäbischen Alb. Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern in Württemberg und Hohenzollern. Heft 3. - Stuttgart (Verlag Müller & Gräff), 191 S. + Karte. - Rathgeber, Thomas (1993): Ergebnisse paläonthologischer Forschung auf der Ostalb. In: Karst und Höhle 1993. Karstlandschaft Schwäbische Ostalb: S. 225-251 + Tafeln. - München (Verband der Deutschen Höhlen- und Karstforscher ), 480 S. + XVI Tafeln + 1 topografische Karte. S. 225f. über urzeitliche Tiere. Daraus die Tabelle links erstellt. - Rosendahl, Wilfried, Robert Darga, Ralph Kühn & Martina Pacher (2000): Der Höhlenbär in Bayern. - München (Verlag Dr. Friedrich Pfeil), 48 S. S. 5: Erster fränkischer Nachweisdes Höhlenbären aus dem Jahr 1794. S. 20-30: Seine Lebensweise, Nahrung und sein Verhältnis zu Menschen. - Waiblinger, Jürgen (2001): Datierung und Umwelt des Jungpaläolithikums. In: Eiszeitkunst im süddeutsch-schweizerischen Jura. Anfänge der Kunst (Herausgeber Claus-Stephan Holdermann, Hansjürgen Müller-Beck & Ulrich Simon): S. 15-21. - Stuttgart (Konrad Theiss Verlag), 143 S. Im Aurignacien keine extreme Kaltzeit, in Tälern etwas Baumwuchs. - Conard, Nicholas J. (2006): Sind sich Neandertaler und moderne Menschen auf der Schwäbischen Alb begegnet? In: Vom Neandertaler zum modernen Menschen (Herausgeber Nicholas J. Conard, Stefanie Kölbl & Wolfgang Schüle): S. 131-152. - Ostfildern (Jan Thorbecke Verlag), 208 S. Im Aurignacien Neandertaler und Moderne Menschen zugleich in Europa. Datierungen, wann dort der Neandertaler ausstirbt und der moderne Mensch auftritt. Bisher kein Beweis möglich, ob sich die beiden Menschenarten auf der Schwäbischen Alb begegnet sind oder nicht. - Conard, Nicholas J. (2006): Die letzten Neandertaler und ersten modernen Menschen auf der Schwäbischen Alb. In: Roots. Wurzeln der Menschheit. Rheinisches Landesmuseum Bonn. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Jahr 2006: S. 227-242. - Bonn (Rheinisches Landesmuseum), 360 S. Technik- und Kunstgegenstände des Aurignaciens der Schwäbischen Alb Modernen Menschen zuzuordnen. - Conard, Nicholas J., Michael Lingnau & Maria Malina (2006): Einmalige Funde durch die Nachgrabung am Vogelherd bei Niederstotzingen-Stetten ob Lontal, Kreis Heidenheim. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2006: S. 20-24. - Stuttgart (Konrad Theiss Verlag), 280 S. Mammutfigurine aus Elfenbein gefunden (Bild oben). - Floss, Harald (2006): Als der Mensch schuf, schuf er richtig - Europas kreativer Urknall von 35000 Jahren. In Roots wie oben: S. 209-226. - Floss, Harald (2006): Das Aurignacien und die Anfänge der Kunst in Europa. Höhlen und Steinzeitkunst auf der Schwäbischen Alb und in den französischen Pyrenäen. - Heidenheim (Landratsamt), 28 S. - Germonpré, Mietje, Mikhail V. Sablin, Rhiannon E. Stevens, Robert E.M. Hedges, Michael Hofreiter, Mathias Stiller & Viviane R. Despres (2009): Fossil dogs and wolves from Palaeolithic sites in Belgium, the Ukraine and Russia: osteometry, ancient DNA and stable isotopes. - Journal of Archaeological Science 36 (2): S. 473–490. Fossiler Hundeschädel aus der Goyet-Höhle in einem Nebental der Maas bei Andenne (Belgien) wird mittels Radiokohlenstoffdatierung auf 31700 Jahre vor heute datiert in die Kulturstufe des Aurignacien. - Kölbl, Stefanie (2010): Geborgen aus der Kulturwiege der Menschheit. Die Venus vom Hohle Fels. - Blätter des Schwäbischen Albvereins 5 (116): S. 8-9. Bericht über Ausstellung der Venus von Schelklingen im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren. - Anonym (2011): löwenmensch aus der Stadelhöhle. - Blätter des Schwäbischen Albereins 117 (3): S. 44-45. Weitere Stücke zum Löwenmenschen gefunden. Technik, Kunst, Religion. Kepler, Johannes (1621) aus Krafft, Fritz (2005): Johannes Kepler. Was die Welt im Innersten zusammenhält. - Wiesbaden (Marix Verlag), LXI + 701 S. Auf Seite XV der zitierte pantheistische Satz Keplers. - Baeck, Leo (1925): Das Wesen des Judentums. Vierte Auflage. - Wiesbaden (Nachdruck Fourier), 327 S. S. 164ff. über den Glauben an den Menschen, wonach dieser als freies Wesen durch Gott und in Gott lebt, doch "scheidet sich das Judentum von der pantheistischen Erlösungsreligion und der bloßen Mystik, die Gott nur in allem und alles nur in Gott finden, denen die Schöpfung und der Schöpfer zu einem werden". - Einstein, Albert (1927), der Kepler verehrt (und sich in seinem Kepler-Aufsatz einen Schwaben nennt) sagt: "Ich kann mir keinen persönlichen Gott denken, der die Handlungen der einzelnen Geschöpfe direkt beeinflusste oder über seine Kreaturen zu Gericht säße." S. 174 von Calaprice, Alice (2005): Einstein sagt. Zitate, Einfälle, Gedanken. - München (Piper), 287 S. - Dessauer, Friedrich (1928): Philosophie der Technik. - Bonn (Friedrich Cohen), 184 S. Auf S. 5 das Zitat mit der Nähmaschine und dem Steinzeitfund. - Dessauer, Friedrich (1956): Streit um die Technik. - Frankfurt am Main (Verlag Josef Knecht), 472 S. Umgrenzt auf S. 225f. den technischen Mensch als homo investigator, homo inventor und homo faber. |
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