Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg
Vereinszweig Ostwürttemberg

Rauhfußkauz Aegolius funereus aus Dresser,
Birds of Europe, 1872, Band V, S. 318.

Der Rauhfußkauz (Aegolius funereus) ist über die nördliche boreale Nadelwaldzone (Taiga) hauptverbreitet. In Baden-Württemberg bewohnt er Nadelwälder des Schwarzwalds, des Odenwalds und des Ellwanger Virngrunds, wo Fichten schon von Natur her vorkommen. Die östliche Schwäbische Alb ist ursprünglich ein reines Laubholzgebiet mit viel Buchenwald. Dahin werden seit dem 19. Jahrhundert Fichten angesät und angepflanzt, sind die heute vorherrschende Baumart. Zu Mitte des 20. Jahrhunderts zieht der Rauhfußkauz auf den Albuch und in das dortige Wental ein, nistet in Schwarzspechthöhlen von Buchenalthölzern oder in Nistkästen, jagt gern in angrenzenden dichten Fichtenwäldern, wohin ihm der konkurrierende größere Waldkauz nicht so leicht folgen kann. In guten Mäusejahren brüten bis zu dreißig Paare. Vögel sind das ganze Jahr anwesend, ein Teil der Population macht Wanderungen: Ein am 9. April 1988 in der Bourgogne (Frankreich) beringtes Weibchen brütet am 21. März 1990 vierhundert Kilometer entfernt im Albuch bei Zang auf sieben Eiern.

Vom Wental und vom Wedel
von HANS WOLF

Zwischen dem Oberrhein und der oberen Donau liegt das südwestdeutsche Schichtstufenland. Seine oberste Schichtstufe bildet die Schwäbische Alb. Die Ostalb erstreckt sich von der Fils im Westen bis zum Nördlinger Ries im Osten, wird von den an der Wasserscheide flach ineinander übergehenden, von Nord nach Süd laufenden Tälern des Rheinzuflusses Kocher und des Donauzuflusses Brenz getrennt in das Härtsfeld im Osten und den Albuch im Westen. Mitten in den Albuch ist das Wental eingetieft, heute ein Trockental, früher von einem Fluss durchflossen. Es beginnt auf einer Höhe von fast 700 Metern bald nach der Wasserscheide der Alb gegen ihren rheinseitigen Steilabfall, läuft mit mäßigem Gefälle nach Süden, schwenkt kurz vor Steinheim nach Osten in Richtung auf die Stadt Heidenheim zu, durchquert das Heidenheimer Stadtgebiet und mündet kurz oberhalb der Brunnenmühle auf einer Höhe von etwa 485 Meter in die Brenz ein. Auf der oberen Strecke des Wentals bis kurz vor Steinheim steht neben dem vorherrschenden reinen Kalk (Kalzium-Karbonat) auch härterer und weniger wasserlöslicher Dolomit (Kalzium-Magnesium-Karbonat) an. Fluss- und Regenwasser erodieren und lösen ihn nicht so leicht auf, Verwitterung und Erosion lösen aus dem weißen Kalkgebirge braune Dolomitfelsen heraus mit runden, kegeligen, auch bauchigen Formen, welche an Talrändern, einzelne auch in Talmitte aufragen, ihre Oberflächen sandig verwitternd. In Felsnischen und an Felsfüßen häuft sich Dolomitsand an.

Wental von Heinrich Bach, 1868. Man sieht das Trockental mit seinen Dolomitfelsen, damals kahlgefressene Schaf- und Ziegenweiden im natürlichen Laubholzgebiet. Die Heiden forstet man seit Ende des 19. Jahrhunderts mit viel Nadelwald auf, hohe Bäume decken heute manche Felsen zu.


Rasen-Steinbrech Saxifraga rosacea vom Wental.

Der Rasen-Steinbrech Saxifraga rosacea ist von Nordfrankreich über die Britischen Inseln bis Norwegen, Island, Grönland auf atlantisches, boreales, aber kein arktisches Klima verbreitet. Weitab seiner Hauptverbreitung wächst er isoliert im Wental, an einigen weiteren Orten der östlichen Schwäbischen Alb und in einigen weiteren deutschen Mittelgebirgen. Was ist der Grund dieser Isolierung? Im Saaletal gedeiht er im trockensten und wärmsten Klima Deutschlands, verlangt keine regenreiches, kühles oder gar arktisches Klima, ist kein Eiszeitrelikt, wofür man ihn schon gehalten hat. Er gedeiht auf Kalk, Dolomit und allen Silikatgesteinen ohne Unterschied der chemischen Unterlage. Auffällig aber sind seine häufigen Vorkommen in der Nähe von Burgen, Schlössern und Klöstern: Im Saaletal. Im Fichtelgebirge. Auf der Fränkischen Alb. Auf der Ostalb Weissenstein (Burg), Messelstein (Schloss Donzdorf), Rechberg (Burg), Rosenstein (Burg), Scheuelberg (gegenüber Rosenstein), Herwartstein (Burg), Eselsburger Tal (mehrere Burgen), Salzstein (Schloss Bernstadt), Köhlberg (Kloster Neresheim), Hohler Stein (Nietheimer Abtsschlössle). Schon Vollmann (1914) berichtet Anpflanzungen und Verwilderungen bei bayerischen Burgen und Schlössern, die Ursprünglichkeit von Schwarzwaldvorkommen wird angezweifelt. Burgenfern ist auf der Ostalb nur das Wental. Hier weist den Steinbrech zuerst Xaver Rieber (1893) nach, als die Schaf- und Ziegenbeweidung beendet ist (Bachs Bild von 1868), aufgeforstete Bäume den schattenliebenden Steinbrech beschatten. Für die gleiche Zeit teilt Straub (1893) Gartenanpflanzungen aus dem Rosenstein mit, ruft Holland (1894) in den Blättern des Schwäbischen Albvereins zur künstlichen Vermehrung unserer Flora auf. Man muss annehmen, dass Naturfreunde die schönen Pflanzen von den Burgbergen Herwartstein oder Rosenstein vielleicht, wo die Art chon seit 1809 und 1811 nachgewiesen ist, in das Wental verpflanzt haben. Anpflanzungen und Verwilderungen erklären ihre merkwürdig zerstreute Verbreitung über ganz Süddeutschland am einfachsten und daher am besten! Aus der Kultur besiedelt der Rasen-Steinbrech kahle Felsflächen, wohin ihm keine stärkeren urwüchsigen Konkurrenten folgen, ihn nicht unterdrücken und verdrängen können.

An mittelalterlichen Gartenpflanzen leben in Ostwürttemberg ferner fort: Der Zweiblatt-Blaustern Scilla bifolia allein an und um die ehemaligen Burgen Ellwangen, Leinzell, Horn, Heuchlingen, Laubach, Duttenstein. Der Wohlriechende Schöterich Erysimum odoratum allein auf den Burgen Schenkenstein, Flochberg, Harburg, früher wohl auch um die Kocherburg herum, ehe der Burgberg dieser im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Burg seit dem beginnenden 19. Jahrhundert mit immer mehr Wald aufgeforstet worden ist. Bei Erysimum wird vermutet, dass die Ritter aus dem hochgiftigen Schöterich Pfeilgift angefertigt haben, während Scilla eine Zierpflanze ist.

Dolomitfelsen des Wentals mit Fichtenaufforstung.

Das Trockental Wental hat ein einstiger Fluss geschaffen. Je mehr Fluss- und das Regenwasser den anstehenden wasserlöslichen Kalk zu einem System von Ritzen, Spalten, Klüften und Höhlen aufgelöst hat, umso mehr versickert Wasser in den Boden, läuft nicht mehr an der Oberfläche ab, kein Bach oder Fluss durchfließt das heutige Wental. Zugleich haben tektonische Bewegungen die Alb gehoben, Tiefenerosion der Flusssysteme ausgelöst, das Fluss- und damit verbundenen Grund- und Karstwasser steht heute weit unterhalb der jetzt trockenen Wentalsohle in der Tiefe an. Erst in den tiefer eingeschnittenen Tälern des Kochers und der Brenz tritt das im Wental und im Albuch versickerte Wasser wieder ans Tageslicht in den Karstquellen des Schwarzen Kochers in Oberkochen, der Brenz in Königsbronn und in der Brunnenmühlquelle in Heidenheim. Wenn aber plötzlich der Schnee schmilzt, wenn auf den von Vorregen gesättigten oder mit Eis gefrorenen Boden Starkregen fällt, fließen oft große Wassermengen zu plötzlichen oberirdischen Wildwassern zusammen. Der Wedel kommt und überschwemmt aus seinem über zweihundert Quadratkilometer großen Einzugsgebiet die Stadt Heidenheim. Wedeljahre sind: 1384, 1670, 1746, 1785, 1799, 1800, 1823 ungewöhnlich groß, 1839, 1841 sehr groß, 1849 überflutet der größte bekannte Wedel mit 86 Kubikmetern pro Sekunde viele Wohnungen, 1851, 1853, 1862, 1865 ziemlich groß, 1876 bedeutend, 1883 mäßig groß, 1889, 1891, 1893 öfters und zum Teil fast so stark wie 1849, 1896 in Flussstärke, 1897 flussgroß, 1905, 1906 ebenso, 1908 in beträchtlicher Größe mehrere Tage lang, 1909 mittelstark, 1929, 1937. Letzte große Wedel 1947 und 1955.

Der Heidenheimer Wedel von 1929, ein Wildwasser aus dem Wental, läuft am Eugen-Jaekle-Platz über die sonst trockene Straße. Das Wedelbett ist später überdeckelt worden.

Warum gibt es bloß noch kleine Wedel? Einst haben lichte Laubholzmittelwälder den Albuch bedeckt. Zwischen den weitständigen hohen alten Eichen und Buchen, die man zu Bauholz und zu Schweinemast überhält, schlägt man das stockausschlagende Unterholz alle zwanzig bis vierzig Jahre zu Brennholz und besonders viel Kohlholz ein für die Befeuerung der Eisenwerke des Brenztals in Königsbronn, des Kochertals in Unterkochen, Wasseralfingen und Abtsgmünd. Mit den Bahnanschlüssen von Wasseralfingen 1861 und Königsbronn 1864 werden die Eisenwerke sogleich mit billigere Steinkohle befeuert, Kohlholz wird kaum mehr benötigt. Mittelwälder werden in heutige dichte Hochwälder überführt zur vorherrschenden Bauholzgewinnung. Zugleich kommt mit den neuen Eisenbahnen viel billige ausländische Baumwolle. Einheimische Schafwolle und Schäferei verlieren an Bedeutung; große Schafweiden werden aufgeforstet. In die neuen Hochwälder werden Fichten künstlich angebaut, die heute vorherrschende Baumart. In ihren dicht schließenden Kronen bleibt der Schnee länger hängen und kommt nicht so schnell zum Abfluss, Regen läuft im Wald langsamer ab und versickert in den schon aufgetauten Boden. Ferner hat der Wasserverband Wedel-Brenz zwischen 1956 und 1962 vier Hochwasserrückhaltebecken Mauertal, Wental, Ugental und Eseltal gebaut, das sind Erddämme quer über das Tal, um die Wedelhochwasser schon oberhalb von Steinheim und Heidenheim in Stauräumen aufzufangen und die angesammelten Wassermengen sodann in das Karstgrundwasser zu versickern. Doch ist der Einfluss der Waldvermehrung offensichtlich so groß, dass sich diese Becken nur selten oder mit nur wenig Wasser füllen.

Name Wental. Eine Zusammenstellung des Waldbesitzes des Klosters Königsbronn von 1471 sagt Windtall, worüber Enslin 1907 in den Blättern des Schwäbischen Albvereins berichtet. Oberförster Merz 1895 sagt in denselben Blättern: Die Schreibweise "Wendthal" möchte ich nicht für richtig halten. Unser romantisches Trockenthälchen heißt auf dem Albuch "Wähndtel" und muß schriftdeutsch "Windthal" geschrieben werden. Es weht oft ein scharfer Wind daraus gegen Steinheim. Fischers Schwäbisches Wörterbuch von 1924 erklärt den späteren Namen Wental ebenso mit Windtal, denn Wind ist schwäbisch gleich Wend oder Wänd. Es kann kein Zweifel mehr bestehen, dass der Name Wental synonym ist Windtal.

Blauracke Coracias garrulus von Christian Ludwig Landbeck, 1839

Waldgeschichte und Vogelwelt des Albuchs. In den alten Mittelwälder stehen weitständig hohe Eichen und Buchen im Oberholz, darunter Buschwald stockausschlagender Laubbäume und Laubsträucher in größerer oder geringerer Dichte je nach Intensität der damals noch bestehenden Waldweide. In diesen zweistockigen Wäldern leben Blauracken (Coracias garrulus), von Landbeck (1835) für Steinheim nachgewiesen, nisten wie anderswo in Höhlen alter Laubbäume, sitzen auf ihnen nach Nahrung an, darunter gern von Weidetieren aufgescheuchte Bodenlebewesen (Balkanbeobachtungen). Bis etwa 1900 bewohnen Birkhühner (Tetrao tetrix) birkenreiche Heidekrautheiden des nördlichen Albuchs, als Heidekräuter noch mitsamt den begleitenden Sauergräsern und Moosen zur damals hochbegehrter Stalleinstreu herausgerecht und weithin verkauft worden sind. Bis etwa 1920 leben Haselhühner (Bonasia bonasia) im dichten Unterholz der Mittelwälder. Die alten Waldbetriebsformen werden aus den beim Wedel geschilderten Gründen beendet, auch viele Heidekrautheiden zu Hochwald aufgeforstet. Bald zieht der Schwarzspecht (Dryocopus martius) in diese neuen Wälder ein, zimmert in Buchenhochstämme Höhlen, behackt Fichtenstämme und Fichtenstumpen nach Eiern von Rossameisen. Seit 1960 ist der Rauhfußkauz (Aegolius funereus) in den neuen Nadelforsten nachgewiesen. Seit 1996 ist der Sperlingskauz (Glaucidium passerinum) da, denn die Naturverjüngung zu gemischten Nadel- und Laubholzbeständen schreitet fort, nachdem die Abschusszahlen der viel Baumjungwuchs verbeißenden Rehe seit etwa 1980 auf ein Vielfaches erhöht sind, wo doch die natürlichen Rehjäger Wildkatze, Luchs und Wolf immer noch fehlen. Die Naturverjüngung erschafft auch außerhalb der bisherigen kostspieligen Zäune einen unteren und mittlere Baumhorizont mit weitaus reicherer Kleinvogelnahrung für den Sperlingskauz als in alten bodenkahlen von Rehen beherrschten Hallenwäldern.

Geognost und Wentalforscher
Heinrich Bach (1811-1870)
Karl Philipp Heinrich Bach ist Zeichner des Wentalbilds von 1868. Er ist geboren im Dezember 1811 an einem unbekannten Ort geboren, am 15. Dezember 1870 in Stuttgart gestorben. Sein Vater ist Jérôme Bonaparte (1784-1860), jüngster Bruder Napoléons. Mit seinem Vater und dessen Frau Katharina von Württemberg ist er in den Jahren 1815 und 1816 auf den Schlössern von Göppingen und Ellwangen. Den kleinen Buben begleitet Sophia Carolina Bach. Diese Hofdame Jérômes und deren Mann Philipp Heinrich Bach, Revisor aus Großingersheim, sind die rechtliche Eltern von Heinrich Bach. Er ist später auf dem Thurgauer Schloss Arenenberg häufiger Gast von Königin Hortense, der Schwägerin Jérômes, ist Freund ihres Sohns Louis Napoléon, späterer Kaiser Napoléon III. der Franzosen, trifft dort auch Jérôme. Bach ist guter Unterhalter der erlauchten Gäste (Bächer 1995), im übrigen still und in sich gekehrt (Wencker-Wildberg 1939: S. 319). Hätte der leibliche Sohn eines einfachen Revisors die Gunst solcher Einladungen erhalten? Bachs Mutter ist bis heute unbekannt. Sie ist, wie de Diesbach (2002) belegt und begründet, nicht Ernestine Luise von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, geborene Gräfin von Pückler-Limpurg, welche aus Wencker-Wildberg (1939) die Autoren Pfannenstiel (1950), Adam (1997), Egli (2008) und andere mehr als Bachs Mutter nachschreiben. Ernestine hat ein anderes Kind von Jérôme! Den am 19. August 1813 geborenen Archibald Ferdinand. - Bachs naturkundliche Verdienste: Erster staatlicher württembergischer Landesgeologe mit einem Kabinett im Stuttgarter Schloss. Erforschung des Wentals. Entdeckung der Goldshöfer Sande, junger Ablagerungen entlang von Kocher und Jagst. Für Oberschwaben aus Betrachtung der Oberflächenformen erste schwäbische Erkenntnis und Beweis mehrerer Eiszeiten, 1869 niedergeschrieben in einen Aufsatz der Jahreshefte unserer Gesellschaft für Naturkunde, während manche damalige Naturfreunde und Naturforscher noch an eine einzige verflossene Eiszeit geglaubt haben. Schöne Gemälde und Zeichnungen württembergischer Orte und Landschaften, darunter das Wentalbild.

Albertus-Magnus-Tagung in Steinheim und Heidenheim
am 13. November 2004

Wental bei Heidenheim,
ein Trockental der Schwäbischen Alb

EXKURSION INS WENTAL

Exkursion ins Wental. Das Ort Steinheim liegt sieben Kilometer westlich von Heidenheim in einem runden, in das Albgebirge eingesenkten Becken von drei Kilometer Durchmesser. Ein einschlagender Meteorit hat vor 15 Millionen Jahren diesen Krater geschaffen. Aus dem Steinheimer Becken wandern die Tagungsteilnehmer ins Wental hinauf. Rechts ragt der Hirschfelsen hervor. Man kommt zum Damm eines Hochwasserrückhaltebeckens, 1958 gegen die Hochwasserfluten des gewöhnlich trockenen Tals gebaut. Oberhalb gibt es schöne Wiesen und Heidehänge. Aus dem Tal aufsteigend wandert man zum Klösterle. Hier wurde um den Bauernhof eines Klosters herum früher Ackerbau betrieben. Noch vorhanden ist eine Hülbe, das ist ein mit Lehm abgedichteter, künstlicher Wasserspeicher zum Sammeln von Regenwasser in der sonst wasserlosen Karstlandschaft. Wacholderheiden, Solitärfichten und Solitärbuchen beleben das Landschaftsbild.-

VORTRÄGE IN HEIDENHEIM

Dipl.-Ing. Hans Wolf: Heidenheim und der Wedel. Der Referent berichtet über die Herkunft des Wortes Wental von Windtal, über die Hochwasser aus dem Wental, Wedel genannt, vom Heidenheimer Wedel und über Hochwasserrückhaltebecken. Siehe links.

Werner K. Mayer: Landschaftsgeschichte. Der nördliche Albuchrand verlief früher weiter nördlich. Aus einem größeren Einzugsgebiet durchfloss ein Fluss das Wental. Die Verkarstung des Tals und seines Einzugsgebiets beginnt im Tertiär. Aus den anstehenden Weißjurakalken löst das Wasser Dolinen, Spalten, Klüfte und Höhlen heraus, versickert darin und fließt nun unter der Erdoberfläche ab. In zwei Dolinen des oberen Wentals wurden Färbmittel eingegeben, das gefärbte Wasser trat nach 72 Stunden neun Kilometer östlich im Brenztopf aus. Wasser auch hat die Feuersteinlehme geschaffen, die weite Flächen des Nordalbuchs bedecken. Die roten oder ockerigen Lehmen sind entkalkte Verwitterungsprodukt der Weißjurakalke; eingeschlossene Kieselknollen zerkleinert das Wasser zu den eingelagerten Feuersteinen.

Brenztopf in Königsbronn, Karstquelle aus dem Albuch.
Im Albuch und im Wental versickert Regenwasser im verkarsteten Untergrund und tritt im Brenztopf in Königsbronn wieder ans Tageslicht. Der Mittelwasserabfluss dieser Karstquelle ist 1250 Liter pro Sekunde. Der Quelltopf ist 2,97 Meter hoch zur Nutzung der Wasserkraft künstlich gestaut; vorne im Bild sieht man die Stauschwelle, über die sich das Wasser ergießt. Man hat den Brenztopf in den Jahren 1891, 1902 und 1955 abgelassen und bei gleichzeitiger Abflussmessung verhältnismäßig lange Zeiten zum Wiederanstieg gemessen; 18 Stunden im Jahr 1902 und daraus eine unsichtbare Staufläche von 360 Ar errechnet (Gugenhan 1903). Folglich schließen sich im Erdinnern an den Topf unsichtbare Hohlräume an. Früher hat man eine einzige große Höhle vermutet, aus den Ergebnissen neuerer Färbversuchen ist eher ein weitverzweigtes System kleinerer Höhlen, Spalten und Klüfte anzunehmen.

Forstdirektor Max Riehle: Wälder und Waldgeschichte des Albuchs. Der Albuch ist mit über zwanzigtausend Hektar das größte zusammenhängende Waldgebiet der Schwäbischen Alb, bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein reines Laubholzgebiet. Die Wälder wurden als Mittelwälder bewirtschaftet mit Büschen im Unterholz, darüber weitständig ältere Bäume, worin auch Vieh geweidet worden ist. Diese lichten Wälder werden seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Hochwald überführt, die Viehweide beendet. Auf den sauren Feuersteinlehmen des Nordalbuchs werden oft Fichten, auf den Kalkstandorten besonders des Südalbuchs meist albtypische Buchen angebaut. Viele heutigen Wälder aus Mischwald von Laub- und Nadelbäumen, heute verbreitetes Waldbauziel. Wuchskräftige Böden und waldfreundliches Klima erzeugen unter forstlicher Lenkung altholzreiche Wälder mit guten Erträgen und hoher Biotop- und Artenvielfalt. Sie bieten flächigen Grund- und Hochwasserschutz, werden zu allen Jahreszeiten von Menschen gern zur Erholung aufgesucht. Maximierung dieser Wirkungen bei gleichzeitiger Minimierung der forstlichen Eingriffe und finanziellen Aufwendungen sind Ziel heutiger Waldwirtschaft.

Prof. Dr. Dieter Rodi: Das Wentalprojekt und das Wentalbuch. Vegetation und Pflanzenwelt. Naturfreunde treffen sich jeden Monat im Wental und erforschen Flechten, Pilzen, Moose, Farne und Blütenpflanzen, Insekten und Vögel dieses Trockentals der östlichen Schwäbischen Alb. Der Naturkundeverein Schwäbisch Gmünd hat darüber ein Wentalbuch herausgegeben mit Beiträgen auch über Landschaftsgeschichte, Forstwirtschaft, Erholungsnutzung sowie Naturschutz und Landschaftspflege. Wichtige Pflanzengesellschaften: Schluchtwald, Ahorn-Lindenwald, Lerchensporn-, Haargersten-, Orchideen-, Waldmeister- und Hainsimsen-Buchenwald. Auf Feuersteinlehmen Fichten-Kiefernforste. Kalkreiche Magerweiden und als Besonderheit auch kalkarme Magerweiden mit seltenen Pflanzen und Tieren. Kalk-Äcker gibt es am Rand der Hirschhalde.

Oberkonservator Oswald Jäger: Tierwelt des Wentals, Naturschutz und geplantes Naturschutzgebiet. Die Schlingnatter (Coronella austriaca) sonnt sich auf trockenen, sonnigen Böden und ist vor allem in steinigen Hängen zu finden. In kalkarmen Magerweiden kommen an Heuschrecken der Schwarzfleckige Heidegrashüpfer (Stenobothrus nigromaculatus) und der Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) vor. Unter den Schmetterlingen sind der Graublaue Bläuling (Pseudphilotes baton) oder das Platterbsen-Widderchen (Zygaena osteroides) bemerkenswert. Zum Schutz der Felsvegetation soll das Betreten einiger Felsen und das Verlassen dortiger Wege nicht erlaubt sein. Magerweiden benötigen zum Erhalt und zur Pflege Schafbeweidung, die Schäferei soll im geplanten Naturschutzgebiet Wental weiterbestehen und weitergefördert werden.

Brenz und Wedel. Anonymus (1893): Der Schutz der Stadt Heidenheim gegen die Überschwemmung durch den sog. Wedel. - Der Grenzbote. 45. Jahrgang, Nr. 27 und Nr. 28 (unpaginiert). Bericht über eine Studie mit zwei Varianten: Vergrößerung des Wedelbetts in Heidenheim mit Bau eines Tunnels unter dem Schlossberg oder Bau von Talsperren in Wedeleinzugsgebieten mit Vermehrung des Walds. - Königliche Ministerialabteilung für den Straßen- und Wasserbau (1903): Verwaltungsbericht für die Rechnungsjahre 1899 und 1900. II. Abteilung. Wasserbauwesen. - Stuttgart (Strecker & Schröder), 160 S. + 41 Plan- und Kartenbeilagen. S. 73-142 bisher einzige Monographie der Brenz und ihres Einzugsgebiets. S. 75 mit Zahlen der Brenzeinzugsgebiete. - Gugenhan, Max (1903): Zur Talgeschichte der Brenz. - Jahreshefte Verein für vaterländische Naturkunde Württemberg 59: S. 232-238. - Gaus (106): Der Heidenheimer "Wedel". - Blätter des Schwäbischen Albvereins 8: S. 171. Wedel vom 1. März 1906 nach plötzlicher Schneeschmelze durch Föhneinbruch, am Folgetag strömen die Wildwasser herbei, so dass eine Notbrücke gelegt werden muss, am 3. März hört der Wedel auf. Mit Wedelfoto am scharfen Eck. - Meck, Karl Kaspar (1910): Heidenheim nebst Hellenstein. 2. Teil. - Heidenheim (Selbstverlag), 319 S. Auf S. 40 bis 264 Berichte über Heidenheimer Wedel. S. 214f. über die Studie von 1893 zur Abwehr der Wedelüberschwemmungen von Heidenheim mit drei Maßnahmen: Vermehrung des Waldes. Bau von Talsperren. Bau eines Entlastungstunnels und Entlastungskanals durch den Heidenheimer Schlossberg hindurch. Anmerkung: Die ersten beiden Maßnahmen ausgeführt, der Schlossbergtunnel nicht. - Trautwein, Siegfried (1939): Aufbau und Geschichte der Landschaft um Heidenheim. In: Schneider, Fritz (Herausgeber): Heidenheimer Heimatbuch: S. 63-174. - Heidenheim (Verlag C. F. Rees), 416 S. - Weidenbach, Fritz (1957): Altes und Neues vom Brenztopf. - Jahresberichte und Mitteilungen oberrheinischer geologischer Verein Neue Folge 39: S. 25-36 über die Frage des Höhlensystems im Anschluss an den Brenztopf. - Trautwein, Siegfried (1960): Die Erd- und Landschaftsgeschichte des Brenz-Lone-Gebiets. - Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde 1: S.1-22. Auf S. 19 Wedeljahre. - Schweier, Gerhard & Hans Wolf (1980): Im Brenztal. Hochwassergefahr gebannt! 25 Jahre Wasserverband Wedel-Brenz Heidenheim (1955-1980). - Heidenheim (Kopp), 63 S. - Gohl, Dietmar & Wilhelm Schloz (1999): Gewässer. In: Der Landkreis Heidenheim. Band I: S. 69-80. - Stuttgart (Jan Thorbecke Verlag), 636 S. + 3 Karten.

Name Wental. Merz, G. (1895): Sagen aus dem Wendthal. - Blätter des Schwäbischen Albvereins 7: S. 40. Namenserklärung des Wortes Wental = Windtal. - Enslin, Christian (1907): Die Waldungen des ehemaligen Klosters Königsbronn. - Blätter des Schwäbischen Albvereins 19: S. 174-175. - Fischer, Hermann (1924): Schwäbisches Wörterbuch. Sechster Band. Erster Halbband. Tübingen (Lauppsche Buchhandlung), 1480 Spalten. In Spalte 838 gleiche Namenserklärung. Schwäbisch Wendtal = Windtal. Anmerkung: Fischer ist die größte Autorität, so dass man am besten seiner Namenserklärung folgt. - Rodi, Dieter & Max Riehle (2003): Naturraum und Name des Wentals. In: Rodi, Dieter & weitere Autoren (2003): Das Wental. Schwäbisch Gmünd (Einhorn-Verlag), 210 S. + 1 farbige Karte: S. 6-12. In der Urkarte der ersten Landvermessung der Name "Windthal". Weitere Namenserklärungen: Gewundenes Tal von dessen Richtungsänderungen. Bartholomäer Pfarrer Weng wird im Dreißigjährigen Krieg in diesem Tal von spanischen Reitern erschossen (Gedenkstein). Oder erinnert der Name an die abgegangene Siedlung "Wenelenwilare" bezeugt für 1143?

Naturkunde mit Ornithologie. Landbeck, Christian Ludwig (1835): Systematische Aufzählung der Vögel Württembergs, mit Angabe ihrer Aufenthaltsörter und Strichzeit. - Correspondenzblatt des Königlich württembergischen Landwirtschaftlichen Vereins Neue Folge, Band VII, 1: S. 17-101. Auf S. 33 Nachweis der Blauracke für Steinheim im Wental. - Fraas, Oscar & Bach, Heinrich (1868): Begleitworte zur geognostischen Spezialkarte von Württemberg. Atlasblatt Heidenheim. Stuttgart (Königliches statistisch-topografisches Büro bei Kleeblatt), 21 S. Darin die abgebildetes Wentalbild von Bach. - Fischer, Wilhelm J. (1914): Die Vogelwelt Württembergs. - Stuttgart (Verlag des Bundes für Vogelschutz), 323 S. - Mauk, Jörg (1988): Wental. In: Blickpunkte Baden-Württemberg. Meyers geographische Führer zu Naturschönheiten: S. 382-384. - Mannheim (Meyers Lexikonverlag), 432 S. + 2 Karten im Einband. - Wolf, Hans (1993): Vogelwelt von Ostalb, Virngrund und Ries. Band 1. Greifvögel und Eulen. 120 S.. Ornithologische Jahreshefte Baden-Württemberg 9. - Hölzinger, Jochen & Mahler, Ulrich (2001): Die Vögel Baden-Württembergs. Band 3. Stuttgart (Eugen Ulmer Verlag), 549 S. - Rodi, Dieter & weitere Autoren (2003): Das Wental. Schwäbisch Gmünd (Einhorn-Verlag), 210 S. + 1 farbige Karte. Darin auf S. 170-182 von Hartwig Stadelmaier und Mitwirkung von Friedrich Bay und Hartmut Veitinger die Vogelwelt des Wentals. - Kleingärtner, Sunhild & Jörg Drauschke (2007): Spurensuche in der Brenzregion [= Wanderführer]. - Heidenheim (Landratsamt), 299 S. + 1 Tourenübersicht + 17 Wanderkarten. Auf S. 61 Geschichte des Klösterles.

Botanik allgemein. Schlechtendal, Franz Leonhard v., L. E. Langethal & Ernst Schenk (1886): Flora von Deutschland. Band 29- Gera-Untermhaus (Eugen Köhler), 200 S. S. 143f. mit vielen Burgen- und Schlossfundorten des Rasen-Steinbrechs Saxifraga rosacea. - Vollmann, Franz (1914): Flora von Bayern. - Stuttgart (Eugen Ulmer), 844 S. Nach S. 335 Saxifraga rosacea auf Burgen Amtstein, Fischstein, Grünstein, Hohenstein, Leupoldstein, Lichtenstein, Stein, Wildenstein. Spricht Anpflanzungen und Verwilderungen an. - Hegi, Gustav (1923): Illustrierte Flora von Mittel-Europa. Band IV.2 - München (J. F. Lehmanns Verlag), 1114 S. S. 612: Saxifraga rosacea gedeiht auf Kalk, Dolomit, Schiefer, Granit, Diorit, Diabas, Basalt, Porphyr, Melaphyr, Serpentin. Foto Fig. 963 zeigt Pflanzen vom Rosenstein. - Schönfelder, Peter & Andreas Bersinsky (1990): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns. - Stuttgart (Eugen Ulmer), 752 S. Nach Karte 601 und mit Folienvergleich alle Vorkommen von Saxifraga rosacea unter Jahresniederschlägen weniger als 900 bis herab auf etwa 650 mm. - Gatterer, Karl & Werner Nezadal (2003): Flora des Regnitzgebietes. Band 1. - Eching (IHW-Verlag), 654 S. S. 358: Erblicken in Saxifraga rosacea ein Glazialrelikt, nach Vorkommen in wämsten deutschen Gegenden wie Saaletal und Fränkische Alb eine Taxierung, der man widersprechemn muss.

Botanik des Wentals und Umgebung. Frölich, Josef Aloys (1809 und 1811): Erstbelege des Rasen-Steinbrechs Saxifraga rosacea von Felsen bei Königsbronn, also dem Herwartstein (Leiner-Herbar des Bodensee-Naturmuseums Konstanz) und vom Rosenstein (Herbarium der Universität Tübingen). - Gottschick (1893): Das Wendthal bei Steinheim. I. [Allgemeiner Teil] - Blätter des Schwäbischen Albvereins 8: S. 157-159. Wental schon mit Fichten aufgeforstet. - Rieber, Xaver (1893): Das Wendthal bei Steinheim. II. [Blütenpflanzen, Farne und Flechten der Wentalfelsen] - Blätter des Schwäbischen Albvereins 8: S. 159-160. Auf S. 159 Erstnachweis von Saxifraga rosacea für das Wental.- Straub, Stephan (1893): Flora des Rosensteins zwischen Heubach und Lautern. - Blätter des Schwäbischen Albvereins 5 (4): S. 78-79, 5 (6): S. 118-119, 5 (8): S: S. 170-171, 5 (9): S. 182-184. - Holland (1894): Künstliche Vermehrung unserer Flora und Fauna. - Blätter des Schwäbischen Albvereins 6: S. 171. - Kirchner, Oskar & Julius Eichler (1900): Exkursionsflora von Württemberg und Hohenzollern. - Stuttgart (Eugen Ulmer), 456 S. S. 189 Nachweis von Saxifraga rosacea für das Wental. - Koch, Heinrich (1939): Die Waldgeschichte des Heidenheimer Forsts. - Stuttgart (Selbstverlag der Württembergischen Forstlichen Versuchsanstalt), 114 S. + 3 Karten. Schildert Wandel der Baumarten und Waldbetriebsweisen vom Laubholz zum heute vorherrschenden Nadelholz seit dem Mittelalter. - Sebald, Oskar, Siegmund Seybold & Georg Philippi (1992): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3. - Stuttgart (Eugen Ulmer), 484 S. - S. 264-267 über Saxifraga rosacea. Wird als ursprüngliche Art der Ostalb angesehen, Ursprünglichkeit der Schwarzwaldvorkommen aber umstritten. - Wolf, Hans (2004): Josef Aloys Frölich (1766-1841) und die Flora von Ostwürttemberg mit Darstellung klimatischer und agrarkultureller Veränderungen und mit Anregungen für aktuellen Naturschutz. Sonderdruck aus Beiheft 1 der Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland. - Karlsruhe (Sonderdruck), S. 81-147 des gesamten Beihefts. S. 120 Frölich-Nachweise von Saxifraga rosacea vom Albuch, Königsbronn Juni 1809, Rosenstein 1811 und 1836, Rechberg, Hohlem Stein. - Zugmaier, Walter & Dieter Rodi (2003). Die Vegetation im Wental. In: Rodi, Dieter & weitere Autoren: Das Wental: S. 64-82. - Schwäbisch Gmünd (Einhorn-Verlag), 210 S. + 1 farbige Karte. Nach S. 73 Saxifraga rosacea auf schattigen Dolomitfelsen innerhalb Wäldern, der Boden frisch bis feucht. Annmerkung: Auch auf offenen, besonnten Felsen des obersten Wentals oberhalb der Gaststätte. - Trittler, Jürgen (2006): Die Flora des Kreises Heidenheim. Farn- und Blütenpflanzen. - Heidenheim (Uwe Siedentop), 608 S. Auf S. 478 Fundorte von Saxifraga rosacea.

Heinrich Bach. Bach, Heinrich (1869): Die Eiszeit. Ein Beitrag zur Kenntnis der geologischen Verhältnisse von Oberschwaben. - Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg 25: S. 113-128 mit einer farbigen Karte des geologischen Bilds der Eiszeit in Oberschwaben. - Bac, Ferdinand (1919): Souvenirs d'exil. La fin de la vieille Allemagne 1812.1817. - Paris (Editions Plon), 306 S. Der Sohn von Heinrich Bach schreibt auf S. 105f.: Sein Vater ist im Dezember 1811 geboren, das offizielle Datum vom Januar 1812 ist falsch; Heinrich begleitet 1815 seinem Vater Jérôme Bonaparte in die Halbgefangenschaft auf die Schlösser Göppingen und Ellwangen. - Sedlmayr, Wilhelm (1916): Jérôme in Ellwangen. Jahrhunderterinnerungen. - Ellwanger Jahrbuch 5: 1-32. Nach S. 14 Fußnote 1 gibt es in Stuttgarter Akten, also in den Akten des heutigen Hauptstaatsarchivs, eine namentliche Liste der Personen im Gefolge von Jérôme auf Schloss Ellwangen in den Jahren 1815 und 1816. Hierin müsste man nach Heinrich Bach und seiner bisher unbekannten Mutter weiterforschen, die wohl bei dem vierjährigen Buben gewesen ist. - Wencker-Wildberg, Friedrich (1939): Das Haus Napoléon. Geschichte eines Geschlechts. - Stuttgart (Verlag Strecker und Schröder). Nach S. 316f. ist Bach Sohn von Jérôme und Ernestine von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, welche Mutter unrichtig ist (siehe links). Nach S. 316 ist Sophia Carolina Bach mit Jérôme und Heinrich Bach auf den Schlössern Göppingen und Ellwangen. - Pfannenstiel, Max (1950): Philipp Heinrich Bach, ein Geologe aus der Familie Bonaparte. - Berichte naturforschende Gesellschaft Freiburg im Breisgau Band 40: S. 33-62. - Hugentobler, Jakob (1966): Die Familie Bonaparte auf Arenenberg. - Arenenberg (Napoléon-Museum), 95 S. Auf S. 29 Nachricht über Besuche Bachs auf diesem Schloss und seine Treffen mit Jérôme. Nach Hugentobler ist Bach illegitimer Sohn Jérômes. - Schwennicke, Detlev (1988): Europäische Stammtafeln. Band 5. Tafel 68: Die Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg 2. Darin Verzeichnung der sieben Kinder von Ernestine Luise von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, geborene Gräfin von Pückler-Limpurg (1784-1824); ihr Sohn Archibald Ferdinand ist geboren am 19. August 1813. - Bächer, Esther, Louis Held, Hans Peter Mathis & Brigitte Walser (1995): Katalog: In: Arenenberg der Dichter und Maler: S. 241-323. - Arenenberg (Napoléon-Museum), 340 S. Auf S. 289 Nachricht über häufige Besuche Bachs auf Arenenberg, Freundschaft mit Louis Napoléon und dass Bach ein unehelicher Sohn Jérômes ist. - Adam, Karl Dietrich (1997): Von frühen Erforschern des Eiszeitalters im süddeutschen Raum. - Jahreshefte Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg 153: 23-129. Adam schreibt, Heinrich Bach sei am 30. Juni 1813 geboren. Anmerkung: Das ist im Vergleich zu Bac (1919) unrichtig und ein weiterer Fehler Adams ist, dass Heinrich Bachs Mutter nicht Ernestine von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg ist; Ernestine hat am 19. August 1813 den Sohn Archibald Ferdinand geboren und nicht Heinrich Bach im gleichen Jahr. - Diesbach, Gislain de (2002): Un Prince 1900. Ferdinand Bac. - Paris (Perrin), 384 S. Auf S. 22: Ernestine von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg ist in Kassel Favoritin von Jérôme und hat von ihm den Sohn Achille [Anmerkung: richtig Archibald Ferdinand], nicht den Sohn Heinrich Bach. Darüber hat der Autor mit dem heutigen Fürsten Hubertus zu Löwenstein sich unterhalten. Diesbach besitzt umfangreiche exakte Unterlagen über die Herkunft Bachs, teilt in seinem vorliegenden Werk die Schlussfolgerungen mit. - Egli, Christina (2008): Verwischte Spuren. Das Leben des "schwäbischen Bonaparte" Karl Philipp Heinrich Bach. - Schönes Schwaben, Jahrgang 2008, Heft 7/8: S. 52-55. Fortschreibung der falschen Mutter Bachs. - Warth, Manfred (2008): Brief vom 20. August 2008, wonach im Kirchenregister von Großingersheim für Heinrich Bach der 30. Januar 1812 als Geburtsdatum eingetragen ist und die Eltern Sophia Carolina Bach und deren Mann Philipp Heinrich Bach, dass aber alles gefälscht sei muss wie auch der Geburtsort Großingersheim.